Forschungsprojekte 2019
2019 markierte für die Stiftung einen wichtigen Meilenstein, denn erstmals konnten Forschungsprojekte ermöglicht werden - insgesamt mit 70.000 Euro.
Innovative Minds Program
Während ihrer Forschungstätigkeit am DZNE entwickeln etliche junge Wissenschaftler*innen interessante Projektideen, die mangels finanzieller Mittel nicht alle umgesetzt werden können. Die DZNE-Stiftung fördert exzellente junge Wissenschaftler*innen, damit sie ihre vielversprechenden Forschungsansätze weiterverfolgen können. Nach vorheriger Teilnahme an einem Workshop, in dem das Rüstzeug für die professionelle Erstellung von Stiftungsanträgen vermittelt wird, können die Teilnehmenden ihren Projektantrag einreichen. Anschließend bewertet ein Expertengremium die Anträge hinsichtlich Innovation, Relevanz und Methodik. Die finale Entscheidung über die Förderung trifft das Kuratorium in seiner jährlichen Sitzung. Die Ausschreibung zum Innovative Minds Program erfolgt einmal im Jahr DZNE-intern.
Im Jahr 2019 erhielt Dr. Matthew Betts (AG Düzel) vom DZNE Magdeburg 10.000€ für das Projekt „Using Locus Coeruleus MRI imaging to track non-motor symptoms in Parkinsonian syndromes (LCtrackPD)”. In dem Projekt ist es gelungen, die Auflösung bildgebender Verfahren für den Locus Coeruleus, der als Haupttransmitter von Noradrenalin gilt und eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Parkinson-Krankheit spielt, deutlich zu verbessern: der Kontrast konnte in etwa verdoppelt und die Scanzeit von 14 auf 11 Minuten reduziert werden.
Technologietransfer
Am DZNE arbeitet eine Reihe von Wissenschaftlern, die ihre Forschungsergebnisse in die medizinische Anwendung bringen möchten. Dazu zählen beispielsweise Programme, Apps und smarte Sensoren, die entweder für eine frühe Diagnose, für die Entwicklung eines Krankheitsverlaufs oder die Identifizierung eines Therapieerfolgs eingesetzt werden könnten. Sofern das Potential eines innovativen Produktes oder Verfahrens klar erkennbar ist und einen großen Nutzen verspricht, fördert die DZNE-Stiftung derartige Innovationen mit einer Anschub- bzw. Brückenfinanzierung. Das DZNE schreibt einmal im Jahr intern die Förderung von Technologietransfer-Projekten aus. Alle wissenschaftlichen Anträge werden von Experten begutachtet. Aus dem Pool der als förderungswürdig eingestuften Projektanträge wählt das Kuratorium in seiner jährlichen Sitzung mindestens ein Projekt aus, das die Stiftung fördert.
2019 erhielt Prof. Anja Schneider vom DZNE Bonn eine Förderung in Höhe von 60.000€ für Projekt „Automatisierte Analyse von Sprachstörungen bei Demenz“. Im Rahmen des Projekts wurden Sprachproben von Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichen Demenzformen gesammelt und mithilfe automatisierter Verfahren analysiert. Ziel war es, charakteristische Sprachmuster zu identifizieren, die eine frühere oder genauere Diagnose unterstützen könnten. Die Sprachaufnahmen wurden datenschutzkonform aufbereitet und für die Analyse an ein spezialisiertes Unternehmen übergeben. Darüber hinaus wurden neue Aufzeichnungen durchgeführt, um die Ergebnisse in weiteren Patientengruppen überprüfen zu können.