Jetzt  spenden

Forschungsprojekte 2024

Rekordhoch: In 2024 konnten Projekte sowie Reisestipendien in Höhe von insgesamt 727.300 Euro finanziert werden.

Innovative Minds Program

Während ihrer Forschungstätigkeit am DZNE entwickeln etliche junge Wissenschaftler*innen interessante Projektideen, die mangels finanzieller Mittel nicht alle umgesetzt werden können. Die DZNE-Stiftung fördert exzellente junge Wissenschaftler*innen, damit sie ihre vielversprechenden Forschungsansätze weiterverfolgen können. Nach vorheriger Teilnahme an einem Workshop, in dem das Rüstzeug für die professionelle Erstellung von Stiftungsanträgen vermittelt wird, können die Teilnehmenden ihren Projektantrag einreichen. Anschließend bewertet ein Expertengremium die Anträge hinsichtlich Innovation, Relevanz und Methodik. Die finale Entscheidung über die Förderung trifft das Kuratorium in seiner jährlichen Sitzung. Die Ausschreibung zum Innovative Minds Program erfolgt einmal im Jahr DZNE-intern.

Dr. Jonas Schulte-Schrepping
Dr. Schulte-Schrepping. Foto: Marie Höltje

In 2024 erhielten drei Nachwuchswissenschaftler/innen Förderungen von jeweils 20.000€ aus dem "Innovative Minds Program" der DZNE-Stiftung. Diese Gelder ermöglichen ihnen die Umsetzung ihrer innovativen Projektideen:

Dr. Jonas Schulte-Schrepping (AG Schultze, DZNE Bonn/Köln) erforscht, wie stressbedingte Veränderungen in den Stammzellen des Immunsystems möglicherweise die Entstehung von Alzheimer und anderen neurodegenerativen Krankheiten beeinflussen. Ziel seiner Untersuchungen ist es zu verstehen, wie diese stressbedingten Veränderungen langfristig die Gesundheit des Gehirns beeinflussen können. Zuvor erhielt Dr. Schulte-Schrepping den Otto-Westphal-Promotionspreis 2024 - erfahren Sie hier, womit er sich in seiner Dissertation beschäftigte.

Dr. Marc Oudart (DZNE Tübingen) möchte die Rolle zweier genetischer Risikofaktoren für die Alzheimer Erkrankung verstehen.  Dabei wird er in menschlichen Astrozyten und Mikrogliazellen untersuchen, wie sich genetische Veränderungen in den Apolipoproteinen J und E auf den Lipidstoffwechsel und die Beseitigung von Amyloid-Beta auswirken. Oudart hofft, so neue therapeutische Ziele zu finden und den Weg für zukünftige klinische Anwendungen zu ebnen.

Dr. Sara Zocher (AG Toda, DZNE Dresden) widmet sich der Analyse epigenetischer Veränderungen im Gehirnalterungsprozess und untersucht, ob eine Störung im Methylierungs-Stoffwechsel dazu führt, dass epigenetische Muster in den Nervenzellen beim Altern nicht aufrechterhalten werden können. Desweiteren untersucht sie, ob durch gezielte Veränderungen des Methylierungs-Stoffwechsels die epigenetischen Muster in den Nervenzellen wiederhergestellt werden können. Sie hofft zu erfahren, ob dies zu einer Verbesserung der Gehirnfunktion im Alter führt.

Technologietransfer

Am DZNE arbeitet eine Reihe von Wissenschaftlern, die ihre Forschungsergebnisse in die medizinische Anwendung bringen möchten. Dazu zählen beispielsweise Programme, Apps und smarte Sensoren, die entweder für eine frühe Diagnose, für die Entwicklung eines Krankheitsverlaufs oder die Identifizierung eines Therapieerfolgs eingesetzt werden könnten. Sofern das Potential eines innovativen Produktes oder Verfahrens klar erkennbar ist und einen großen Nutzen verspricht, fördert die DZNE-Stiftung derartige Innovationen mit einer Anschub- bzw. Brückenfinanzierung. Das DZNE schreibt einmal im Jahr intern die Förderung von Technologietransfer-Projekten aus. Alle wissenschaftlichen Anträge werden von Experten begutachtet. Aus dem Pool der als förderungswürdig eingestuften Projektanträge wählt das Kuratorium in seiner jährlichen Sitzung mindestens ein Projekt aus, das die Stiftung fördert.

Portrait Tony Stöcker
Prof. Tony Stöcker. Quelle: DZNE / Frommann

Das Team von Prof. Tony Stöcker, unterstützt von Dr. Marten Veldmann (DZNE Bonn/Köln), erhielt 50.000€ für die Entwicklung einer Dienstleistung, die es neurowissenschaftlichen Forschungsgruppen ermöglicht, hochauflösende MRT-Bildgebung sofort einsatzbereit zu nutzen. Dies umfasst die Implementierung von MRT-Bildgebungssequenzen und Rekonstruktionsalgorithmen auf dem neuesten Stand der Technik in der MRT-Umgebung des Nutzenden, die Bereitstellung der erforderlichen technischen Ausrüstung und weitere Unterstützung vor Ort in Form von technischem Service und Fachwissen.

ALS-Forschungsprojekte

Der Karin Christiane Conradi Stiftungsfonds für ALS-Forschung wurde von Herrn Erwin V. Conradi im Gedenken an seine verstorbene Frau gegründet, um die ALS-Forschung zu fördern. Auf Wunsch des Stiftungsfondsgründers fördert dieser Stiftungsfonds seit 2022 jährlich ALS-Forschungsprojekte am DZNE mit einem Betrag von bis zu 200.000 €. Ein vierköpfiges internationales Expertengremium begutachtet die Forschungsanträge und empfiehlt dem Stiftungskuratorium ein bis zwei Projekte zur Förderung.

Portrait Karin Danzer
Prof. Karin Danzer. Quelle: DZNE / Frommann

Prof. Dr. Karin Danzer vom DZNE Ulm erhält 100.000€, um zusammen mit Prof. Konstantin Sparrer die Rolle von Herpes-Simplex-Viren in der Entwicklung von Amyotropher Lateralsklerose (ALS) zu erforschen. Virale Infektionen gelten als wichtige Risikofaktoren für neurodegenerative Erkrankungen. Eigene Studien zeigen, dass Patienten mit einer schweren Herpes-Simplex-Virus 1-Infektion ein deutlich erhöhtes Risiko haben, an Amyotropher Lateralsklerose (ALS) zu erkranken. In Modellsystemen soll untersucht werden, wie das Virus die Entstehung und Ausbreitung der ALS-assoziierten TDP43-Pathologie auf molekularer Ebene beeinflusst.

 

Portrait Bettina Schmidt
Prof. Bettina Schmidt. Quelle: DZNE / Frommann

Dr. Bettina Schmid (DZNE München) wird mit ebenfalls 100.000€ gefördert für ihre Arbeit zur Beeinflussung des ALS-Krankheitsverlaufs durch Veränderungen im hypothalamischen Stoffwechsel Zebrafischmodell: Patienten mit Amyotropher Lateralsklerose (ALS) leiden neben Muskelschwund durch Absterben der Motoneurone auch unter Gewichtsverlust und Stoffwechselveränderungen. Ein neu etabliertes ALS-Zebrafischmodell rekapituliert den Verlust von Motoneuronen und Stoffwechselstörungen mit Veränderungen im Hypothalamus, derjenigen Gehirnregion, die den Stoffwechsel kontrolliert. Durch gezielte funktionelle und molekulare Analyse der Neuronen im Zebrafisch-Hypothalamus soll herausgefunden werden, wie diese Veränderungen den Krankheitsverlauf beeinflussen, um mögliche therapeutische Ansätze zu entwickeln.

Demenz-Forschungsprojekte

Portrait Martina Roes
Prof. Martina Roes. Quelle: DZNE / Frommann

Prof. Dr. Martina Roes (DZNE Witten) wird mit 57.800€ für das "Dementia Leaders"-Projekt unterstützt, das partizipative Forschung unter Einbeziehung des Patientenbeirates des DZNE etabliert. Ziele sind Veränderungen der vorwiegend gesellschaftlich vorherrschenden negativen Perspektive auf neurodegenerative Erkrankungen zu bewirken und eine Optimierung der Demenz-Versorgung durch die Einbindung von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen in die Forschung zu erreichen. 

Portrait Gabor Petzold
Prof. Gabor Petzold. Quelle: DZNE / Frommann

Über den "Deutsche Demenzhilfe Stiftungsfonds" erhält Prof. Dr. Gabor Petzold (DZNE Bonn/Köln) 50.000€ für eine Langzeitstudie zur Verbesserung von Diagnosen und Therapieansätzen bei zerebraler Amyloid-Angiopathie. Hierbei sollen Patient:innen über Jahre hinweg mit modernsten Methoden der Hirnbildgebung, molekularen Blutuntersuchungen und Gedächtnistests untersucht werden, um erste Therapieansätze zu ermöglichen. Ziele der Studie sind ein besseres Verständnis der Krankheitsmechanismen, um daraus eine bessere Früherkennung durch Entwicklung neuer Biomarker und langfristig neuartige Therapiekonzepte ableiten zu können.

Parkinson-Forschungsprojekte

Nach Demenz ist Parkinson die zweithäufigste neurodegenerative Krankheit. Unterstützer, denen insbesondere die Parkinsonforschung am Herzen liegt, können ihre Spende dem Stiftungsfonds Parkinsonforschung widmen. Aus den Mitteln dieses Stiftungsfonds werden ausschließlich Forschungsprojekte rund um die Parkinson-Erkrankung gefördert.

Portrait Camin Dean
Dr. Dean. Foto: DZNE/Frommann

Dr. Camin Dean (DZNE Berlin) wird mit 150.000€ gefördert, um visuelle Stimulationsverfahren zur Alzheimer-Prävention zu entwickeln. Es gibt Hinweise, dass gestörte neuronale Oszillationen, wie Sharp Wave Ripples (SWRs), eine Rolle bei Alzheimer-Demenz (AD) spielen. Sie sind wichtig für Gedächtnisbildung, -speicherung und -abruf, aber bei AD-Tiermodellen beeinträchtigt. Dies deutet darauf hin, dass ihre Verbesserung Betroffenen helfen könnte. Erreicht werden soll dies durch eine innovative, nicht-invasive Ultrahochfrequenz-Stimulation (UHV), die das visuelle System stimuliert, um SWRs zu fördern. Erste Studien zeigen, dass UHV bei Mäusen und Menschen die SWRs und die Gedächtnisleistung erhöht. Im Erfolgsfall könnte UHV eine sichere und innovative Behandlung für Alzheimer und Gedächtnisstörungen bieten.

Ashutosh Dhingra erhält, zusammen mit Prof. Dr. Thomas Gasser (beide vom DZNE Tübingen), 150.000€ für funktionelle Studien zu den genetischen Ursachen der Parkinson-Krankheit und zur Fortschrittsverzögerung derselben. Genomweite Assoziationsstudien (GWAS) haben zahlreiche genetische Regionen identifiziert, die mit der Parkinson-Krankheit in Verbindung gebracht werden. Diese Studien dienen als Wegweiser zu potenziellen Verursachern der Krankheit. Die Identifizierung dieser Regionen ist jedoch nur der erste Schritt; entscheidend ist es zu verstehen, wie genau die Gene in diesen Regionen zur Krankheit beitragen bzw. wie diese Gene im Gehirn wirken und wie ihre Veränderungen zur Pathologie der Parkinson-Krankheit beitragen. Dieses Wissen kann die zugrundeliegenden Mechanismen der Krankheit entschlüsseln.

Best Paper Award des DZNE München

Dank einer zweckgebundenen Spende über 5.000 € gibt es seit 2022 den Forschungspreis Best Paper Award für Forschende des DZNE München. Je 500€ erhielten die Autor/innen der besten wissenschaftlichen Veröffentlichung.

Ausgezeichnet wurde Shreeya Kedia für den Fachartikel „T cell-mediated microglial activation triggers myelin pathology in a mouse model of amyloidosis”, erschienen in der Zeitschrift „Nature Neuroscience". Der Artikel zeigt anhand eines Modells, dass bestimmte Immunzellen (T-Zellen) Abwehrzellen im Gehirn aktivieren, wodurch die schützende Hülle der Nervenfasern (Myelin) beschädigt wird. 

Ebenfalls ausgezeichnet wurde Dr. Marvin Reich für den Fachartikel „Peripheral expression of brain-penetrant progranulin rescues pathologies in mouse models of frontotemporal lobar degeneration“, der in „Science Translational Medicine“ erschienen ist. Der Artikel zeigt, dass ein bestimmtes Eiweiß namens Progranulin, wenn es außerhalb des Gehirns gebildet wird und ins Gehirn gelangt, dort krankhafte Veränderungen bei einer Form der Demenz (frontotemporale Degeneration) deutlich verbessern kann.

Reisestipendien

Die Präsentation eigener Forschungsergebnisse und der Austausch von Ideen auf wissenschaftlichen Konferenzen sind für Nachwuchswissenschaftler von besonderer Bedeutung, um ihr berufliches Netzwerk zu erweitern und Kooperationsmöglichkeiten zu schaffen. Die DZNE Stiftung bietet daher Reisestipendien für Doktorandinnen und Postdocs am DZNE an, deren Reisekosten nicht aus Haushaltsmitteln des DZNE erstattet werden können.

Je 500€ für Reisen erhielten Richard Mantey, Rina Patel, Anna-Victoria Holtz, Niklas Vockert, Marlene Assfalg, Brett Addison Emery, Dr. Emily Burnside, Lena Hofbauer, Yiyang Wu, Dr. Sarah Polk, Dr. Sara Zocher, Shahrukh Khanzada, Xin Hu sowie Karola Mai. Dr. Jonas Schulte-Schrepping erhielt 1500€.