Mitglied im Stiftungsrat
Dr. Britta Wurm
"Je mehr Menschen mithelfen, desto einfacher wird es und desto erfolgreicher sind wir."
Mitglied im Stiftungsrat
"Je mehr Menschen mithelfen, desto einfacher wird es und desto erfolgreicher sind wir."
Frau Dr. Wurm, was hat Sie persönlich motiviert, sich im Gremium der DZNE-Stiftung zu engagieren?
Es gibt wohl nur wenige Menschen, die in ihrem persönlichen Umfeld nicht schon einmal mit einer der Erkrankungen konfrontiert waren, die das DZNE erforscht. Das gilt auch für mich und so habe ich neben meinem allgemeinen wissenschaftlichen Interesse als Medizinerin auch ein sehr persönliches Motiv, diese Arbeit durch die Stiftung zu unterstützen.
Warum ist die Arbeit dieser Stiftung so wichtig?
Medizinische Forschung ist teuer. Sehr teuer. Gleichzeitig braucht man einen unglaublich langen Atem, um belastbare und praxisrelevante Ergebnisse zu erzielen, Rückschläge sind an der Tagesordnung. Das klingt alles banal, aber man kann es nicht oft genug wiederholen. Wir als Gesellschaft dürfen nicht nachlassen und müssen gemeinsam die notwendigen Mittel dafür bereitstellen.
Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen im Umgang mit Demenz, Parkinson und ALS – gesellschaftlich oder wissenschaftlich?
Der demografische Wandel schlägt in diesem Bereich ganz besonders belastend zu Buche. Die Zunahme älterer und sehr hoch betagter Menschen führt unter anderem auch zu einer Zunahme der neurodegenerativen Erkrankungen. Die gesellschaftlichen Kosten für medizinische Versorgung, Pflege und Familienunterstützung steigen jedes Jahr. Ganz zu schweigen vom dramatischen Fachkräftemangel und der Belastung der Familien. Der aktuelle Wissensstand bezüglich neurodegenerativer Erkrankungen variiert erheblich zwischen den einzelnen Krankheitsbildern. Eine detaillierte Aufschlüsselung würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen. Grundsätzlich geht jedoch gerade bei Demenz die Schere zwischen realistischen therapeutischen Möglichkeiten und den Ansprüchen und Hoffnungen der Betroffenen und ihrer Familien weit auseinander.
In welche Bereiche muss mehr investiert werden, um insbesondere die Herausforderungen rund um Demenz in den Griff zu bekommen?
Natürlich muss weiter in Grundlagenforschung investiert werden, um die Pathomechanismen und die therapeutischen Ansatzmöglichkeiten immer besser zu verstehen. Der eigentliche Zielpunkt ist dann natürlich die Entwicklung kurativer Therapien. An dieser Stelle soll nicht vergessen werden, dass die Pflegewissenschaften beziehungsweise jegliche Forschung, die sich rund um die Betreuung der betroffenen Patienten dreht, unbedingter Unterstützung bedürfen. Gerade Demenzpatienten profitieren erheblich von frühzeitiger optimaler Unterstützung und Führung.
Welche Botschaft haben Sie für unsere Spenderinnen und Spender?
Die neurodegenerativen Erkrankungen gehen uns alle an, sie sind kein rein theoretisches Risiko, das man ausblenden kann. Früher oder später sind wir selbst betroffen – oder Menschen, die uns nahestehen. Die zielgerichtete Forschung rund um dieses Thema bedarf großer finanzieller Mittel, nur so kann es gelingen, Parkinson, Demenz und ALS immer besser zu behandeln. Natürlich ist die medizinische Forschung auch eine hoheitliche Aufgabe des Staates, aber wir alle wissen, dass die Herausforderungen in diesen Zeiten an vielen Stellen groß sind und so sollten wir alle unseren Beitrag leisten – jeder entsprechend seiner Möglichkeiten. Ganz simpel ausgedrückt: Je mehr Menschen mithelfen, desto einfacher wird es und desto erfolgreicher sind wir.
Bildquelle: privat