Eduard Thometzek
Interview
seit 2018 im Stiftungsrat
Herr Thometzek, was hat Sie persönlich motiviert, sich im Gremium der DZNE-Stiftung zu engagieren?
Meine Mitarbeit in der DZNE-Stiftung ist motiviert, weil zu erkennen ist, dass in unserer alternden Gesellschaft diese Erkrankungen stark zunehmen. Auch ist die Höhe der Förderung und Bereitstellung der Forschungsbudgets im Vergleich zu anderen "Volkskrankheiten" bei neurodegenerativen Erkrankungen anzugleichen.
Warum ist die Arbeit dieser Stiftung so wichtig?
Die Stiftung setzt sich sehr dafür ein, die Ursachen dieser Krankheiten besser zu verstehen, es werden u.a. mithilfe von Stiftungsmitteln neue Therapieansätze am DZNE entwickelt, um die Lebensbedingungen und Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Weil es bisher kaum heilende Behandlungen gibt, ist die Forschungsarbeit auch auf diesem Gebiet enorm wichtig. Meine Hoffnung ist, dass die Arbeit des DZNE dazu führen wird, sichere Diagnosen zu stellen und eines Tages auch Heilung zu schaffen.
Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen im Umgang mit Demenz, Parkinson und ALS – gesellschaftlich oder wissenschaftlich?
Demenz, Parkinson und ALS stellen die Erkrankten und unsere Gesellschaft vor große Herausforderungen. Es beginnt schon bei der Früherkennung: Häufig werden Demenz, Parkinson und ALS zu spät erkannt. In der Medizin sind frühe Diagnoseverfahren, Therapieentwicklungen und modernste Unterstützungsverfahren (z.B. KI-basierte Diagnosen) dringend notwendig und sollten auch auf der Ebene der Hausärzte etabliert werden.
In welche Bereiche muss mehr investiert werden, um insbesondere die Herausforderungen rund um Demenz in den Griff zu bekommen?
Versorgungsstrukturen und Pflegekräfte sind leider nicht ausreichend vorhanden und oft auch nicht qualifiziert, um den speziellen Herausforderungen rund um eine Demenzerkrankung gerecht zu werden. Außerdem muss mehr in Hilfs- und Unterstützungsangebote für Angehörige investiert werden, denn der Umgang mit dieser Erkrankung stellt eine große Herausforderung dar. Darüber hinaus ist es wichtig, gegen Ausgrenzung und Vorurteile in unserer Gesellschaft vorzugehen. Aufklärung kann dabei helfen, mehr Verständnis und Akzeptanz zu schaffen. Dazu haben die DZNE-Stiftung und das DZNE mit ihren gemeinsamen Kommunikationskampagnen beigetragen.
Welche Botschaft haben Sie für unsere Spenderinnen und Spender?
Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Menschen hierzulande für die Forschung spenden und damit zu Lösungen beitragen. Die bisher geleistete Arbeit der DZNE-Stiftung verdient große Anerkennung. Und letztlich ist die Seriosität des DZNE der Garant dafür, dass die Spendengelder zielgerichtet verwendet werden. In den Veröffentlichungen der DZNE-Stiftung wird transparent über die Mittelverwendung berichtet.