Unternehmer, seit 2018 Mitglied im Stiftungsrat
Olaf Piepenbrock
"Gemeinsam sind wir stark und schaffen es, den Demenzerkrankungen ihren Schrecken zu nehmen."
Unternehmer, seit 2018 Mitglied im Stiftungsrat
"Gemeinsam sind wir stark und schaffen es, den Demenzerkrankungen ihren Schrecken zu nehmen."
Herr Piepenbrock, was hat Sie persönlich motiviert, sich im Gremium der DZNE-Stiftung zu engagieren?
Durch die Demenzerkrankung meines Vaters Hartwig Piepenbrock waren meine Familie und ich von der Krankheit persönlich betroffen. Deshalb haben wir auch im Jahr 2011 den Hartwig Piepenbrock-DZNE Preis ins Leben gerufen, der alle zwei Jahre vergeben wird. Mit diesem Preis wollen wir einerseits herausragende Forscherpersönlichkeiten ehren und anderseits helfen, Alzheimer und andere neurodegenerative Erkrankungen aus der Tabuzone und in die öffentliche Diskussion zu holen. Viele Patienten mit Alzheimer scheuen sich davor, über ihre Erkrankung zu sprechen, denn sie fürchten sich vor gesellschaftlicher Ausgrenzung. Wir möchten sowohl für mehr Verständnis für Menschen mit Alzheimer sorgen als auch für bessere Therapien. Zudem müssen die Bedürfnisse der Angehörigen stärker in den Blick genommen werden. Denn meist schultern sie zu einem erheblichen Teil die tägliche Pflege und Versorgung. Aus allen diesen Gründen ist es eine Ehrensache für mich, dass ich mich für die DZNE-Stiftung engagiere.
Warum ist die Arbeit dieser Stiftung so wichtig?
Der aktuelle Stand der Demenzforschung ist immer noch ernüchternd. Bisher existieren keine heilenden Therapien, es können nur einzelne Symptome gelindert werden. Hier ist unter anderem die Grundlagenforschung gefordert. Die Forschung ist schließlich der einzige Weg, der zur Heilung führt. Bei Krebserkrankungen und bei AIDS hat die Forschung viel Positives bewirkt. Durch die Arbeit der DZNE-Stiftung werden notwendige Ressourcen generiert, damit wir für neurodegenerative Erkrankungen vergleichbare Erfolge erzielen können. Darüber hinaus sehe ich die Stiftung als eine wertvolle Kommunikationsplattform für eine öffentliche Diskussion. Wir müssen über Demenzerkrankungen sprechen, weil es ein wichtiges gesellschaftliches Thema ist.
Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen im Umgang mit Demenz, Parkinson und ALS – gesellschaftlich oder wissenschaftlich?
Demenz ist eine Volkskrankheit, die uns gesundheitlich und gesellschaftlich vor eine große Herausforderung stellt. In Deutschland sind aktuell 1,8 Millionen Menschen erkrankt. Durch den demografischen Wandel werden die Krankheitsfälle eher noch zunehmen, da sich das Risiko mit zunehmendem Alter erhöht. Demenz wird auch als Angehörigenkrankheit bezeichnet, weil sich die Krankheit auch auf die psychische und physische Gesundheit der Angehörigen auswirkt. Deshalb sind die neurodegenerativen Erkrankungen eine große gesellschaftliche Herausforderung. Obwohl die Krankheit bereits 1901 von Alois Alzheimer entdeckt wurde, ist sie bis heute nicht heilbar. Das zeigt doch, wie unfassbar groß die Herausforderung für die Wissenschaft ist.
In welche Bereiche muss mehr investiert werden, um insbesondere die Herausforderungen rund um Demenz in den Griff zu bekommen?
Es muss weiterhin sehr stark in die Grundlagenforschung investiert werden, damit es irgendwann einmal Heilungsmöglichkeiten gibt. Wir müssen aber auch ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse von Menschen mit neurodegenerativen Krankheiten und deren Familienmitgliedern bekommen. Und wir müssen ein Bewusstsein erzeugen, mit welchen Maßnahmen das Risiko einer Demenz gesenkt werden kann. Inzwischen wissen wir: Bewegung, gutes Hörvermögen, Bildung, ausgewogene Ernährung und soziale Interaktion senken das Risiko für eine Demenzerkrankung.
Welche Botschaft haben Sie für unsere Spenderinnen und Spender?
Zunächst einmal einen großen Dank und dann: Tue Gutes und sprich' darüber, damit es möglichst viele Follower findet. Gemeinsam sind wir stark und schaffen es, den Demenzerkrankungen ihren Schrecken zu nehmen.
Bildquelle: Piepenbrock Unternehmensgruppe