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Jo Failer

Jo Failer

Botschafter der DZNE-Stiftung

Jo Failer wurde mit Anfang 50 mit Alzheimer diagnostiziert. Der frühere Sportreporter, Autor und Vater zweier Kinder macht seitdem öffentlich, was viele lieber verstecken würden. Mit seinem sehr persönlichen Buch „Ich denk nicht dran“, Vorträgen und zahlreichen Medienauftritten setzt er sich für mehr Aufklärung und einen offenen Umgang mit Demenz ein. Als Botschafter der DZNE-Stiftung möchte er dazu beitragen, die Forschung zu stärken und einer Krankheit ein Gesicht zu geben, die oft unsichtbar bleibt.

Sie sind Botschafter der DZNE-Stiftung – was hat Sie zu diesem Engagement bewegt?

Ich lebe selbst mit Alzheimer. Deshalb weiß ich, wie wichtig Hoffnung und Forschung sind. Mir ist es ein großes Anliegen, diese unsichtbare Krankheit sichtbar zu machen. Das DZNE leistet dafür wichtige Arbeit. Wenn ich mit meiner Geschichte dazu beitragen kann, Menschen zu erreichen und die Forschung zu unterstützen, dann mache ich das sehr gerne. Außerdem möchte ich eine Brücke zwischen Wissenschaft und Alltag schlagen. Forschung ist wichtig, ihre Sprache aber oft kompliziert. Ich möchte wissenschaftliche Erkenntnisse in verständliche Worte übersetzen – für Betroffene und ihre Familien.

Sie selbst sind mit Anfang 50 an Alzheimer erkrankt. Wie hat sich Ihr Leben seitdem verändert?

Die Diagnose hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Vieles ist schwieriger geworden. Gleichzeitig hat sich mein Blick auf das Leben verändert. Früher habe ich oft nach dem nächsten Ziel gesucht. Heute freue ich mich über jeden Augenblick, den ich wahrnehme und genießen will: Zeit mit meinen Kindern, einen Lauf am Morgen oder einfach einen guten Tag.

Was würden Sie aus Ihrer Erfahrung anderen mitgeben wollen, die gerade die Diagnose Alzheimer bekommen haben?

Zunächst einmal: Sie sind nicht allein. Nach der Diagnose hatte ich das Gefühl, alles zu verlieren. Heute weiß ich, dass das Leben nicht vorbei ist. Es wird anders und immer schwerer, aber es bleibt lebenswert. Ich würde Betroffenen raten, offen zu bleiben und sich nicht zurückzuziehen. Und ich würde ihnen sagen: Sie sind mehr als Ihre Diagnose.

Mit Ihrem Buch und Ihren öffentlichen Auftritten schaffen Sie Aufmerksamkeit für das Thema Demenz. Warum ist Ihnen das wichtig? 

Weil Alzheimer nicht erst mit 80 beginnt. Es kann Menschen mitten im Leben treffen. Ich möchte Vorurteile abbauen und zeigen. Bei den Betroffenen verschwindet immer mehr der Kopf, aber die Seele bleibt. Das sollten alle wissen. Besonders berührt haben mich Nachrichten von Betroffenen und Angehörigen, die mir geschrieben haben: „Zum ersten Mal habe ich das Gefühl, verstanden zu werden.“ Wenn Betroffene sich durch meine Offenheit verstanden fühlen und Menschen um sie herum die Krankheit besser verstehen, dann ist das für mich das Schönste.

Wenn Sie in die Zukunft blicken: Welche Fortschritte wünschen Sie sich in Forschung, Politik und Gesellschaft?

Ich wünsche mir, dass die Forschung weiter mutig vorangeht. Sie gibt Hoffnung und bleibt nie stehen. Ich wünsche mir aber auch, dass Politik und Gesellschaft die Herausforderungen von Menschen mit Alzheimer stärker in den Blick nehmen. Vor allem wünsche ich mir, dass wir wieder mehr auf den Menschen nebenan schauen. Denn hinter jeder Diagnose steht ein Mensch – und nicht nur eine Krankheit.

 

Medienberichte & Interviews über und mit Jo Failer
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