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Zwischen Ufern, zwischen Erinnern und Vergessen – ein Projekt für Demenz-Betroffene

Am 20. September 2025, in der Woche der Demenz, schwamm Verena Röck über den Bodensee. Hinter sich zog sie ein Schlauchboot mit 40kg Steinen von einem Ufer zum anderen. 
Für ihr Demenz-Awareness-Projekt erreichte Verena Röck nicht nur eine beachtliche Leistung von 2,18 km in 42min – sie rief auch zu Spenden auf. 680 Euro kamen dabei zusammen.
RegioTV hat das Projekt mit der Kamera begleitet - sehen Sie sich den Bericht hier an. 

Vor dem Projekt hat sie uns im Interview erzählt, was es mit „Zwischen Ufern“ auf sich hat und wer sie dazu inspiriert hat.

Verena Röck auf dem Bootssteg
Foto: Nicole Amann

Verena Röck ist beruflich im Bereich der humanitären Hilfe tätig. Nach drei Jahren Arbeit im Flüchtlingslager Moria in Griechenland ist sie für einen neuen Job an den Bodensee gezogen, um internationale Hilfsprojekte weltweit zu begleiten. Ihr christlicher Glaube und ihre Überzeugung, dass wir für mehr als nur uns selbst leben sollten, motiviert sie sowohl in beruflichen als auch in privaten Bereichen.

 

Stein mit der Aufschrift "DZNE-Stiftung"
Foto: Nicole Amann

Verena, während der Woche der Demenz findet dein Projekt „Zwischen Ufern“ statt. Mit einem Boot voller Steine, die mit schönen Erinnerungen und herausfordernden Lasten beschriftet sind, wirst du von Überlingen nach Dingelsdorf über den Bodensee schwimmen – warum?

Zum einen, weil wir unsere Wünsche manchmal nicht ernst genug nehmen, bis wir sie uns nicht mehr erfüllen können. Zum anderen, weil ich einen Mehrwert schaffen will: Das Projekt soll symbolisch für die Last stehen, die nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige und Freunde von demenzkranken Menschen tragen. Gleichzeitig soll „Zwischen Ufern“ für die Bewegung zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen schwerer Realität und liebevollem Erinnern, zwischen Liebe und Last stehen – jenem emotionalen Spannungsfeld, in dem sich Angehörige von Demenzerkrankten oft bewegen. Mit dem Projekt möchte ich Verbundenheit zwischen Betroffenen stärken, Aufmerksamkeit für Demenzkrankheiten schaffen und Spenden für die Erforschung dieser Krankheiten sammeln.

Wie kamst du auf die Idee für das Projekt?

In meiner Freizeit bin ich viel geschwommen und wollte mit den gesammelten Kilometern einen sinnvollen Beitrag für andere leisten. Wieso also nicht von einer Seeseite zur anderen schwimmen? Ich erinnerte mich, dass ich als Kind mit meiner Oma am Ufer in Überlingen mit Blick nach Dingelsdorf stand und sie mir davon erzählte, irgendwann auf die andere Seeseite schwimmen zu wollen. Den Wunsch hat sie sich leider nicht erfüllt. Sie wurde vor einiger Zeit mit Demenz diagnostiziert und lebt seit Dezember 2024 im Pflegeheim. Ich habe beschlossen, diese Distanz all denjenigen zu widmen, die unter dieser Krankheit leiden – ob Betroffene oder Angehörige. Jeder trägt Lasten in Verbindung mit dieser Krankheit.

Verena Röck schwimmt mit Schlauchboot über den Bodensee
Foto: Nicole Amann

Wie können andere Angehörige an „Zwischen Ufern“ teilhaben?

Die Steine in dem Schlauchboot werden mit Geschichten beschriftet, die Menschen mit mir teilen können. Auf der einen Seite eine Last, auf der anderen eine schöne Erinnerung in Verbindung mit einem Menschen, der an Demenz erkrankt ist. Jeder kann mir seine Geschichten per E-Mail an zwischen.ufern(at)gmail.com schicken. Natürlich werden die Informationen vertraulich behandelt und nicht mit der Person in Verbindung gebracht. Ich werde demjenigen auch ein Foto von seinem Stein per E-Mail zukommen lassen, welcher am Tag der Überquerung im Schlauchboot liegen wird. Natürlich kann jeder auch Teil sein, indem er Menschen von der Aktion berichtet. Ich hoffe, dass sich dadurch tiefe und berührende Gespräche ergeben und Menschen ihre Lasten miteinander teilen und gegenseitig tragen können.

Über dein Projekt hinaus: Wie können Interessierte die Erforschung von Demenzkrankheiten unterstützen?

Das DZNE erforscht neurodegenerative Erkrankungen und entwickelt Therapien. Wer die Forschung an frühzeitiger Diagnose und neuen Therapieansätzen für Demenz unterstützen möchte, kann an die DZNE-Stiftung unter dem Verwendungszweck „Zwischen Ufern – Aktion Verena Röck“ spenden. Wir denken oftmals, dass kleine Beiträge nicht viel nutzen. Die Wahrheit ist, dass viele kleine Beiträge genauso wirken wie ein großer. Letztendlich kommt es darauf an, dass wir gemeinsam unterstützen und damit etwas bewirken. Jeder so, wie er kann und möchte.

Past Campaign

On 20 September 2025, during Dementia Awareness Week, Verena Röck swam across Lake Constance. She pulled a rubber dinghy filled with 40 kg of stones from one shore to the other. For her dementia awareness project, Verena Röck not only achieved a remarkable feat of swimming 2.18 km in 42 minutes – she also called for donations. A total of 680 euros was raised.
RegioTV accompanied the project with a camera – watch the report here.

Before the project, she told us in an interview what ‘Between Shores’ is all about and who inspired her.

 

Verena Röck auf dem Bootssteg
Photo: Nicole Amann

Verena Röck works in the field of humanitarian assistance. After working three years in the refugee camp Moria in Greece, she moved to Lake Constance for a new job to support international assistance projects worldwide. Her Christian faith and her conviction that we should live for more than just ourselves motivates her both professionally and privately.

Stein mit der Aufschrift "DZNE-Stiftung"
Photo: Nicole Amann

Verena, your project ‘Between Shores’ will take place during the Dementia Awareness Week. With a boat full of stones inscribed with beautiful memories and challenging burdens, you will swim across Lake Constance from Überlingen to Dingelsdorf – why?

On the one hand, because we sometimes don't take our wishes seriously enough until we can no longer fulfil them. On the other hand, because I want to create added value: the project is intended to symbolise the burden borne not only by those affected, but also by the relatives and friends of people with dementia. At the same time, ‘Between Shores’ is intended to represent the movement between the past and the present, between harsh reality and loving memories, between love and burden – the emotional tension that relatives of dementia patients often experience. With this project, I want to strengthen the bond between those affected, raise awareness of dementia and collect donations for research into these diseases. 

How did you come up with the idea for the project?

In my free time, I swam a lot and wanted to use the kilometers I had accumulated to make a meaningful contribution to others. So why not swim from one side of the lake to the other? I remembered standing with my grandmother on the shore in Überlingen as a child, looking out towards Dingelsdorf, and her telling me that she wanted to swim across the lake someday. Unfortunately, she has never fulfilled her wish. She was diagnosed with dementia some time ago and has been living in a nursing home since December 2024. I decided to dedicate this distance to all those who suffer from this disease – whether they are affected themselves or are related in any way. Everyone carries burdens associated with this disease. 

Verena Röck schwimmt mit Schlauchboot über den Bodensee
Photo: Nicole Amann

How can other relatives participate in ‘Between Shores’?

The stones in the rubber dinghy will be inscribed with stories that people can share with me. On the one hand, a burden; on the other, a beautiful memory associated with a person suffering from dementia. Anyone can send me their stories by email to zwischen.ufern(at)gmail.com. Of course, the information will be treated confidentially and will not be linked to the person. I will also email a photo of their stone, which will be in the rubber dinghy on the day of the crossing. Of course, anyone can also take part by telling people about the campaign. I hope that this will lead to deep and touching conversations and that people will be able to share their burdens with each other and carry them together.

Beyond your project: How can interested parties support dementia research?

The DZNE researches neurodegenerative diseases and develops therapies. Anyone who would like to support research into early diagnosis and new therapeutic approaches for dementia can donate to the DZNE Foundation, specifying ‘Zwischen Ufern – Aktion Verena Röck’ as the purpose of the donation. We often think that small contributions don't make much difference. The truth is that many small contributions have the same effect as one large one. Ultimately, what matters is that we support together and make a difference. Everyone according to their means and preferences.