Spenden-Optionen

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DZNE-Stiftung


Die DZNE-Stiftung setzt sich für ein Leben ohne Demenz, Parkinson und ALS ein und fördert grundsätzlich die Erforschung aller neurodegenerativen Krankheiten. Freie Spenden an die DZNE-Stiftung ermöglichen uns maximale Flexibilität bei der Entscheidung, welche Forschungsprojekte wir in welchem Bereich fördern. Unser Stiftungskuratorium beschließt in seiner jährlichen Sitzung, für welche Projekte die zur Verfügung gestellten freien Spenden verwendet werden.

Ein besonderer Schwerpunkt der DZNE-Stiftung liegt auf der Exzellenzförderung, also der Förderung von jungen, hochbegabten Wissenschaftlern und ihren herausragenden Projektideen.

Innovative Minds Program: Förderung von Postdoktoranden mit neuartigen Forschungsansätzen

Während ihrer Forschungstätigkeit am DZNE entwickeln etliche junge Wissenschaftler*innen interessante Projektideen, die mangels finanzieller Mittel nicht alle umgesetzt werden können. Die DZNE-Stiftung fördert exzellente junge Wissenschaftler*innen, damit sie ihre vielversprechenden Forschungsansätze weiterverfolgen können. Nach vorheriger Teilnahme an einem Workshop, in dem das Rüstzeug für die professionelle Erstellung von Stiftungsanträgen vermittelt wird, können die Teilnehmer ihren Projektantrag einreichen. Anschließend bewertet ein Expertengremium die Anträge hinsichtlich Innovation, Relevanz und Methodik. Die finale Entscheidung über die Förderung trifft das Kuratorium in seiner jährlichen Sitzung. Einzelanträge fördert die DZNE-Stiftung mit bis zu 10.000 EUR und Gruppenanträge mit bis zu 30.000 EUR. Die Ausschreibung zum Innovative Minds Program erfolgt einmal im Jahr DZNE-intern.  

 

Technologietransfer: Innovationen mit großem Nutzen für Ärzte und Patienten

Am DZNE arbeitet eine Reihe von Wissenschaftlern, die ihre Forschungsergebnisse in die medizinische Anwendung bringen möchten. Dazu zählen beispielsweise Programme, Apps und smarte Sensoren, die entweder für eine frühe Diagnose, für die Entwicklung eines Krankheitsverlaufs oder die Identifizierung eines Therapieerfolgs eingesetzt werden könnten.

Sofern das Potential eines innovativen Produktes oder Verfahrens klar erkennbar ist und einen großen Nutzen verspricht, fördert die DZNE-Stiftung derartige Innovationen mit einer Anschub- bzw. Brückenfinanzierung.

Das DZNE schreibt einmal im Jahr intern die Förderung von Technologietransfer-Projekten aus. Alle wissenschaftlichen Anträge werden von Experten begutachtet. Aus dem Pool der als förderungswürdig eingestuften Projektanträge wählt das Kuratorium in seiner jährlichen Sitzung mindestens ein Projekt aus, das die Stiftung fördert.

Forschung allgemein

Freie Spenden für die Forschung sind enorm wichtig. Damit geben Sie uns die Freiheit zu entscheiden, für welche neuen Forschungsprojekte wir Ihre Spende einsetzen.

Grundsätzlich wird am DZNE an Demenz und an anderen neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson oder ALS geforscht. Dabei erstreckt sich die Forschung über  vier Forschungsbereiche.

Grundlagenforschung – In der Grundlagenforschung werden die Ursachen zur Entstehung von neurodegenerativen Krankheiten ermittelt. Forscherinnen und Forscher des DZNE untersuchen, wie sich Nervenzellen verständigen und wodurch sie geschädigt werden. Dazu nehmen sie Modellorganismen wie Fliegen, Fische, Würmer und Mäuse sowie menschliche Zellen unter die Lupe.

Klinische Forschung – Anders als die Grundlagenforschung arbeitet die  Klinische Forschung  nicht mit Zellkulturen, Tier-  oder Computermodellen, sondern sie forscht direkt an Patientinnen und Patienten. Ziel der Klinischen Forschung ist es, neue und wirksame Therapien für neurodegenerative Krankheiten zu entwickeln.

Versorgungsforschung – Menschen, die heute an Demenz leiden, sollen die bestmögliche Versorgung erhalten. Das ist das Ziel der Versorgungsforschung am DZNE. Die DZNE-Standorte Witten und Mecklenburg-Vorpommern liefern mit ihrer Forschungsarbeit konkrete Antworten auf die Frage, wie sich die Lebensqualität von Menschen mit Demenz verbessern lässt und pflegende Angehörige entlastet werden können.

Populationsstudien - Die Rheinland Studie ist eine der weltweit größten und innovativsten Gesundheitsstudien. Sie wird vom DZNE durchgeführt und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Land NRW gefördert. Die Studie untersucht, welche Schutz- und Risikofaktoren die Gesundheit von Erwachsenen über die Lebensspanne bis ins hohe Alter beeinflussen. Dazu werden rund 30.000 Teilnehmer über mehrere Jahrzehnte in regelmäßigen Abständen untersucht. Die Studie soll wichtige Erkenntnisse über das Zusammenspiel von Erbfaktoren, Lebenswandel und Umwelteinflüssen sowie deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen liefern.

Demenz-Stiftungsfonds


 

Demenzerkrankungen stellen eine der größten Herausforderung in unserer älter werdenden Gesellschaft dar. Daher müssen wir deutlich mehr in Forschung investieren, um schneller wirksame Therapien zu finden. Mit den Mitteln aus dem Stiftungsfonds Deutsche Demenzhilfe werden ausschließlich Demenzforschungsprojekte gefördert, die auf frühzeitige Diagnose und neuartige Therapieansätze abzielen.

Wer gezielt die Demenzforschung am DZNE fördern möchte, kann in diesen Stiftungsfonds spenden. Das Stiftungskuratorium entscheidet in seiner jährlichen Sitzung, welche Projekte mit den Spenden gefördert werden.

Übersicht der häufigsten Demenzerkrankungen

 

Alzheimer - Die häufigste aller Demenzformen

Die Bezeichnung der Alzheimer-Demenz geht auf den deutschen Psychiater Alois Alzheimer zurück, der diese Krankheit 1901 bei seiner Patientin Auguste Deter als erster Mediziner beschrieb. Die Alzheimer-Krankheit ist eine Erkrankung des Gehirns, bei welcher die Nervenzellen zugrunde gehen. Dadurch verschlechtern sich nach und nach die geistigen Fähigkeiten. Das Erinnerungs- und das Orientierungsvermögen nehmen allmählich ab und die sprachliche Ausdrucksfähigkeit schwindet. Bis heute ist die Ursache der Alzheimer-Erkrankung nicht vollständig geklärt. Die physiologischen Veränderungen im Gehirn beginnen bereits im vierten Lebensjahrzehnt, - also lange bevor sich die Krankheitssymptome bemerkbar machen.

 

Lewy-Körperchen-Demenz – Zweithäufigste Demenzform mit parkinsonähnlichen Symptomen

Die Lewy-Körperchen-Demenz ist nach der Alzheimer-Demenz die zweithäufigste Demenzerkrankung, an der Schätzungen zufolge 15 Prozent der Demenzpatienten leiden. Benannt wurde sie nach dem deutschen Neurologen Friedrich H. Lewy. Ursächlich für die Entstehung ist die Veränderung bestimmter Hirnzellen. Jene veränderten Hirnzellen werden Lewy-Körperchen genannt. Die Lewy-Körperchen-Demenz ähnelt der Alzheimer-Demenz, weshalb sie schwer voneinander zu unterscheiden sind. Kennzeichnend für eine Lewy-Körperchen-Demenz sind: Starke Schwankungen der geistigen Leistungsfähigkeit und der Aufmerksamkeit, detailreiche Halluzinationen, leichte Parkinsonsymptome wie zitternde Hände oder Steifigkeit der Glieder. Stürze und Bewusstlosigkeit sind weitere mögliche Symptome.

 

Frontotemporale Demenz (FTD) - Selten und persönlichkeitsverändernd

Die Frontotemporale Demenz (FTD) zählt zu den seltenen Demenzformen. Weniger als zehn Prozent aller Menschen mit Demenz sind betroffen. Bei der FTD gehen die Nervenzellen im Stirn- und Schläfenlappen des Gehirns zugrunde. Durch die Veränderung des Stirnhirns kommt es bei den Betroffenen zu Auffälligkeiten, die sich vor allem durch nachlassendes Einfühlungsvermögen und sozial unangepasstes Verhalten wie zunehmende Taktlosigkeit, Aggressivität oder Teilnahmslosigkeit gekennzeichnet sind. Je nachdem, in welchen Teil des Großhirns die Nervenzellen absterben, können die Symptome unterschiedlich ausfallen. Mit Fortschreiten der Krankheit kommen Sprach- und Gedächtnisstörungen hinzu. Typisch für diese Form der Demenz ist, dass die Betroffenen kein Einsehen in ihre Krankheit haben. Im Durchschnitt bricht FTD im Alter zwischen 50 und 60 Jahren aus. In sehr seltenen Fällen können auch schon deutlich jüngere Menschen daran erkranken.

 

Vaskuläre Demenz (VAD) – Gedächtnisverlust als Folge von Gefäßverkalkungen

Bei vaskulären Demenzen sind Durchblutungsstörungen des Gehirns für das Absterben von Nervenzellen verantwortlich. Je schwerwiegender die Durchblutungsstörung, umso ausgeprägter die Demenz. Die mangelhafte Blutversorgung des Gehirns geht auf Gefäßverkalkungen, Herzinfarkte oder Schlaganfälle zurück. Der Beginn dieser Demenzform ist oft schleichend und die Unterscheidung von der Alzheimer-Demenz schwierig. Allerdings unterscheiden sich die Symptome. Anders als bei der Alzheimer-Demenz stehen nicht die Gedächtnisstörungen im Vordergrund, sondern Verlangsamung, Denkschwierigkeiten oder Stimmungsschwankungen. Werden die Risikofaktoren rechtzeitig behandelt, ist eine prinzipielle Vorbeugung der vaskulären Demenz möglich.

 

Heilung bis heute nicht möglich

Bis heute ist eine Heilung aller Demenzformen nicht möglich. Einige krankheitsbegleitende Symptome können mit Medikamenten bestenfalls abgemildert oder hinausgezögert werden. Ein Durchbruch bei der Bekämpfung von Demenzerkrankungen gelingt nur, wenn sehr viel mehr Geld in Forschung fließt. Ohne wirksame Therapien wird es im Jahr 2050 drei Millionen Menschen mit Demenz geben. Nach aktuellen Berechnungen könnte sogar jeder Dritte im Laufe seines Lebens an einer Demenz erkranken.



"Kann man Alzheimer heilen?", "Kann man Alzheimer behandeln?", "Kann man Alzheimer riechen?". Das sind Fragen, die sich Nutzer im Internet stellen. Prof. Gerd Kempermann, Alzheimerforscher und Sprecher des DZNE-Standorts Dresden, nimmt sich den Google-Suchanfragen an und beantwortet sie nach dem aktuellen Forschungs- und Wissensstand.



Nationale Demenzstrategie - Herausforderungen gemeinsam angehen

Demenz geht früher oder später jeden an, - direkt oder indirekt. Daher hat die Bundesregierung dieses Thema in den Fokus genommen und im letzten Jahr gemeinsam mit Partnern aus Politik, Gesellschaft und Forschung die Nationale Demenzstrategie verabschiedet. Ihr Ziel ist es, durch eine Vielzahl an Maßnahmen das Leben und die Versorgung von Menschen mit Demenz zu verbessern, die Ursachen der Krankheit besser zu verstehen und medizinische Lösungen zu finden. Das DZNE ist Forschungspartner der Nationalen Demenzstrategie und hat folglich eine zentrale Rolle bei der Umsetzung des Maßnahmenpaketes. Als dessen Förderstiftung will die DZNE-Stiftung einen Beitrag dazu leisten, die Forschungsaktivitäten zu beschleunigen.

Weitere Infos zu Demenzerkrankungen gibt's auch in unserem Podcast "Hirn & Heinrich"

Das Thema Demenz begegnet einem immer häufiger: Ob Betroffener, Angehöriger, Freund, Bekannter, Kollege - Demenz ist inzwischen aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Dennoch ist der Informationsbedarf groß, denn Demenz ist nicht gleich Demenz. Über verschiedene Formen der Demenz, ihre Diagnostik, die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten spricht Prof. Anja Schneider, Forschungsgruppenleiterin am DZNE und Direktorin der Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie des Universitätsklinikums Bonn, mit Moderatorin Sabine Heinrich. 




Weitere spannende Episoden von "Hirn & Heinrich" zum Thema Demenz gibt's hier.

Förderung Demenzforschung

Parkinson-Stiftungsfonds


 

Nach Demenz ist Parkinson die zweithäufigste neurodegenerative Krankheit. Unterstützer, denen insbesondere die Parkinsonforschung am Herzen liegt, können ihre Spende dem Stiftungsfonds Parkinsonforschung widmen. Aus den Mitteln dieses Stiftungsfonds werden ausschließlich Forschungsprojekte rund um die Parkinson-Erkrankung gefördert.

Wichtige Infos zur Parkinson-Krankheit

 

Die Parkinson-Krankheit ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. In Deutschland sind mindestens 200.000 Menschen betroffen, mit deutlich wachsender Tendenz. Parkinson tritt zumeist im höheren Erwachsenenalter auf: Die große Mehrzahl der Betroffenen ist mindestens 60 Jahre alt. Allerdings: Zehn Prozent aller Parkinson-Patienten erkranken schon vor dem 50. Lebensjahr. Selbst junge Menschen im Alter von zwanzig Jahren können betroffen sein, wenn auch selten. Ärzte sprechen dann von juvenilem Parkinson. Insgesamt gibt es ca. 50 Prozent mehr männliche als weibliche Parkinson-Patienten. Warum, ist bislang unklar.

Typisch für Morbus Parkinson sind Bewegungsstörungen wie Zittern, verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifheit und Störungen des Gleichgewichts.

Grund für die Symptomatik ist der Verlust von Nervenzellen in der Substantia Nigra, einem Bereich im Hirnstamm, und ein damit einhergehender Mangel am Botenstoff Dopamin. Weshalb die Zellen zugrunde gehen, ist nicht endgültig geklärt.

 

Nicht heilbar, aber gut behandelbar

Morbus Parkinson ist bislang nicht heilbar. Mit geeigneten Therapien lässt sich die Krankheit jedoch oft über Jahre hinweg gut kontrollieren. Eine wichtige Rolle spielt die medikamentöse Behandlung. So kann die Gabe von Dopaminvorstufen (z. B. in Form des Antiparkinson-Wirkstoffs L-Dopa) den Dopaminmangel ausgleichen. Ist die medikamentöse Behandlung nicht mehr ausreichend, kommt ein so genannter Hirnschrittmacher in Frage. Kleine Elektroden, in einem chirurgischen Eingriff ins Gehirn eingesetzt, reizen oder hemmen bestimmte Bereiche im Gehirn und lindern so Beschwerden.



Kann man Parkinson heilen? Kann man Parkinson im Blut feststellen? Kann man Parkinson im MRT sehen? Kann man Parkinson vorbeugen? Kann man Parkinson behandeln? Kann man Parkinson operieren? Kann man Parkinson riechen? Prof. Thomas Gasser, Leiter der klinischen Forschung am DZNE-Standort Tübingen und Ärztlicher Direktor der Neurologie mit Schwerpunkt Neurodegenerative Erkrankungen der Neurologischen Universitätsklinik in Tübingen, geht auf die meistgesuchten Google-Anfragen zum Thema Parkinson ein und gibt Antworten.



Weitere Infos zu Parkinson gibt's auch in unserem Podcast "Hirn & Heinrich"

Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Genau wie Alzheimer ist sie bislang nicht heilbar, doch es gibt bei Parkinson ein sehr hohes therapeutisches Potenzial: Das heißt, die Symptome sind behandelbar und die Betroffenen können mit Parkinson durchaus alt werden. Wie die Erkrankung voranschreitet, was für Therapiemöglichkeiten es bereits gibt und wie der aktuelle Forschungsstand ist, darüber spricht die Journalistin Sabine Heinrich mit dem Neurologen Prof. Thomas Gasser. Er ist Leiter der klinischen Forschung am DZNE-Standort Tübingen.

Zudem leitet er als Ärztlicher Direktor die Neurologie mit Schwerpunkt Neurodegenerative Erkrankungen der Neurologischen Universitätsklinik in Tübingen. Im Podcast berichtet der Hirn- und Parkinsonforscher über die Krankheit, die viel mehr ist als nur das bekannte „Zittern“: Er erklärt frühe Anzeichen der Krankheit wie Riech- und Schlafstörungen sowie die unterschiedlichen Parkinson-Symptome –  und warum sich Patienten während der Behandlung eine Zeit lang wie im „Honeymoon“ fühlen. Auch auf die Spekulationen über Parkinson als mögliche Spätfolge von Covid-19 geht der Mediziner ein. Ein spannender und informativer Podcast. Aber hören Sie selbst!




Weitere spannende Episoden von "Hirn & Heinrich" zum Thema Parkinson gibt's hier.

Förderung Parkinsonforschung

ALS-Stiftungsfonds


Der Karin Christiane Conradi Stiftungsfonds für ALS-Forschung wurde von Herrn Erwin V. Conradi im Gedenken an seine verstorbene Frau gegründet, um die ALS-Forschung zu fördern. Auf Wunsch des Stiftungsfondsgründers fördert dieser Stiftungsfonds jedes Jahr ALS-Forschungsprojekte am DZNE mit einem Betrag von bis zu 200.000,- €.  Ein vierköpfiges Expertengremium begutachtet die Forschungsanträge und empfiehlt dem Stiftungskuratorium ein Projekt zur Förderung. Der Stifter selbst hat diesen Stiftungsfonds mit zwei Millionen Euro ausgestattet, um Lösungen im Kampf gegen ALS zu finden. Zusätzliche Spenden für diesen Stiftungsfonds sind sehr willkommen und ermöglichen noch mehr Forschung.

ALS – Seltene Erkrankung mit tödlichem Verlauf

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) wurde erstmals im Jahr 1874 vom französischen Neurologen Henry Charcot beschrieben. Sie gehört in die Gruppe der seltenen neurologischen Erkrankungen. In Europa erkranken jedes Jahr etwa drei von 100.000 Menschen neu an Amyotropher Lateralsklerose. In Deutschland gibt es derzeit etwa 8.000 bis 9.000 Patienten; im Jahr erkranken hierzulande etwa 2.500 Menschen neu an der ALS. Meist erkranken Menschen im Alter zwischen 60 und 80 Jahren. Aber auch Jüngere können betroffen sein: Der wohl bekannteste ALS-Patient, Stephen Hawking, war gerade 21 Jahre alt, als die Krankheit bei ihm diagnostiziert wurde – eine langsam verlaufende Form.

 

Ursache für ALS bisher nicht bekannt

Die Ursache der Erkrankung ist trotz intensiver Forschungsbemühungen nicht bekannt. Aus diesem Grund ist eine heilende Therapie bisher nicht vorhanden, dennoch gibt es im Verlauf der Erkrankung eine Reihe von Möglichkeiten, den Patienten zu helfen und sie zu unterstützen.

ALS betrifft eine ganz bestimmte Gruppe von Nervenzellen: die motorischen Nervenzellen, auch Motoneuronen genannt. Sie befinden sich in Gehirn und Rückenmark und sind für die Steuerung der Muskeln zuständig. Die Motoneuronen werden durch die Krankheit zerstört. Die Folge sind fortschreitende Muskellähmungen. Patientinnen und Patienten können auf einen Rollstuhl angewiesen sein, im späteren Verlauf der Erkrankung haben sie aber auch Schwierigkeiten zu sprechen und zu schlucken. Im finalen Stadium kommt es auch zu Lähmungen der Atemmuskulatur.



Trotz der im Jahr 2014 international viral gegangenen #IceBucketChallenge, ist die ALS in der breiten Gesellschaft weiterhin eher unbekannt. Um das zu ändern, erklärt PD Dr. Patrick Weydt, ALS-Forscher am DZNE-Standort Bonn und Leiter der Ambulanz für ALS und andere Motoneuronerkrankungen am Universtitätsklinikum Bonn im Video.



Weitere Infos zu ALS gibt's auch in unserem Podcast "Hirn & Heinrich"

„Ich werde daran sterben“, sagt Bruno Schmidt über seine Erkrankung. 2014 bekam der heute 54-Jährige die Diagnose Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS. Seit dem kämpft er jeden Tag gegen die Krankheit und um sein Leben. „Die Krankheit wird es schwer mit mir haben“, hat er kurz nach der Diagnose gesagt.
Und genauso lebt er jeden Tag. 

Er hat den Verein ALS - Alle Lieben Schmidt gegründet und betreibt einen eigenen YouTube-Kanal. Im Gespräch mit der Journalistin Sabine Heinrich spricht Bruno Schmidt offen und ehrlich über sein Leben mit ALS. Er schildert seinen Krankheitsverlauf, beschreibt die Beeinträchtigungen mit denen er und seine Angehörigen täglich leben und erzählt, warum er seinen Körper der Wissenschaft zur Verfügung stellen wird. ALS hat ihn, wie viele andere auch, aus einem aktiven Leben gerissen. Was Bruno Schmidt auszeichnet, ist seine positive Grundeinstellung zum Leben und sein enormer Lebenswille. Ein beeindruckender Mann. Aber hören Sie selbst.




Weitere spannende Episoden von "Hirn & Heinrich" zum Thema ALS gibt's hier.

Förderung ALS-Forschung